Zum 4. Mal lädt der NABU Rühstädt zu dem Workshop „Wolle und mehr“ ein, der dieses Jahr unter dem Motto „Vom Deichschutz zum Wollwert“ steht.
Die Schafe dienen in der Elbtalaue vor allem dem Deich- und Landschaftsschutz. Sie erhalten wertvolle Kulturlandschaften, sorgen für die Instandhaltung der Deiche und beschenken uns mit ihrer vielseitigen Wolle. Wie kostbar dieses Naturprodukt ist, haben viele vergessen.
Früher gehörten die Schafe zum Leben dazu, fast jede Familie hatte Berührungspunkte mit Wolle und die Menschen wussten, woher sie kam und wieviel Arbeit dahinter steckte. Noch immer ist Wolle hierzulande mit kratzigen Pullovern oder groben Wollsocken verbunden. Dieses Image lässt sich widerlegen. Von kleinen Manufakturen bis hin zu großen Herstellern werden die besonderen Qualitäten der Schafwolle heute neu entdeckt. Sie ist temperaturausgleichend, geruchshemmend, schmutzabweisend, lärmdämmend, schwer entflammbar und vieles mehr. „Viele sind erstaunt, wenn sie erfahren, dass in Deutschland die Wolle noch verarbeitet wird und ihnen wieder bewusst wird, dass jedes Jahr riesige Mengen an frischer Schafwolle anfallen.“ Die Schafwolle ist hier in der Prignitz auch ein Stück Kulturgeschichte, das direkt vor unserer Haustür wächst.
„In den letzten Jahren hat sich viel um das Thema Wolle bewegt“, weiß Maria Gemind, Umweltbildungsreferentin beim NABU, zu berichten. „Wir haben in Zusammenarbeit mit der Biosphäre ein Wolle-Netzwerk auf die Beine gestellt und die Prignitzer Spinnerinnen gegründet, die mittlerweile eine Offene Wollwerkstatt in Bad Wilsnack betreiben. Es hat sogar eine Studentin der HNEE, Hochschule für Nachhaltige Entwicklung in Eberswalde, ihre Masterarbeit über die Möglichkeit verfasst, die Wertschöpfungskette der Wolle in der Prignitz wiederherzustellen.
Die Teilnehmenden können den nachhaltigen Wertstoff Wolle in seiner ganzen Vielfalt erleben. Sie erfahren, wie sie an die Wolle gelangen, wie die ersten Verarbeitungsschritte funktionieren. Material und Geräte stehen wie immer zur Verfügung. „Wir werden die Wolle kämmen oder Kardieren, das Spinnen mit Handspindel und Spinnrad, das Zwirnen und Filzen vorführen. „Zum ersten Mal wollen wir auch das Handwerk Weben vorstellen, denn die gesponnene Wolle ist auch dafür sehr geeignet“, so Maria Gemind, die selber auch Handweberin ist. Alles kann ausprobiert, geübt oder vertieft werden. Die eigenen Materialien und Wollprojekte können mitgebracht werden. Gerne auch alte Spinnräder, die wir uns dann gemeinsam anschauen. Meldet euch an!


